Sonntag, 15. Oktober 2017

Mein Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2017

Gestern schaffte ich es zur Frankfurter Buchmesse zu gehen. Nach Taschenkontrolle und Schlangestehen an der Kasse war es so weit und ich strömte zusammen mit hunderten anderen Lesebegeisterten Richtung Messehallen. Zunächst peilte ich die Halle 3.0 an, in der vor allem Kinder- und Jugendbuchverlage vertreten sind. Dort herrschte ein reges Treiben: Menschen mit vollgestopften Geschenktüten quetschen sich durch die Gänge, die beidseitig von meterhohen Regalen voller schöner Neuerscheinungen flankiert sind.  Aus allen Ecken sind Stimmen aus Mikrophonen zuhören. Autoren geben Lesungen oder Interwies, schlaue Menschen führen Diskussionen und geben Ratschläge, wie man selbst zum Bestsellerautor werden kann. Gefühlt an jedem zweiten Stand gibt ein Autor eine Signierstunde, verkleidetet Managafiguren flanieren durch die Menge und lassen sich gerne fotografieren. Auch ich habe die hübschen Kostüme bewundert.

Ohne festes Ziel schlendere ich durch die Gänge, entdecke sogar ein Diddle Stand, wo Blöcke und Diddlemäuse verkauft werden, nehme mir Leseproben, Lesezeichen und Spruchkarten mit und schaue mir begeistert die neuen Bücher an. Es waren so viele, dass ich mich an die meisten gar nicht mehr erinnern kann. Doch zwei Bücher sind mir besonders in Erinnerung geblieben: „Das Glück an Regentagen“ von Marissa Stapley erscheint am 7.11.2017 im Rowohlt Verlag. Schon allein das Cover hat es mit angetan. Ich finde es einfach wunderschön. Und auch die Geschichte klingt ganz nach meinem Geschmack. „Und jetzt auch noch Liebe“ von Catherine Bennetto aus dem atb-Verlag verspricht eine sehr lustige und sehr romantische Geschichte. Ich kann es kaum warten die beiden Bücher zu lesen.

Nach einer kurzen Stärkung wurde es Zeit für mein Highlight des Tages. Cassandra Clare stellt ihr neues Buch Lord of Shadows vor!!!!

 Gespannt begab ich mich zur Open Stage. Zusammen mit gefühlten 1000 anderen Fans stand ich in der Menge vor der Bühne und konnte sogar einen ganz guten Platz ergattern. Bastian Hagen begann mit der Deutschen Lesung auf einer sehr sympathischen Art. Er ahmte das Beschriebene so gut wie möglich nach, zog beispielsweise seine Jeansjacke aus, als dies Kit im Buch tat, oder strich sich die Haare aus dem Gesicht genau wie Jace. Mona Kasten, Autorin der Again-Reihe, moderiert die Lesung und stellte interessante Fragen an Cassandra. Dies beantwortete jede sehr freundlich und witzig. Zum Beispiel sagte sie, dass sie Ty sehr gerne mag und das Livvy ihr selbst am ähnlichsten sei, weil die Autorin in ihrer Jugend auch ständig nur gelesen hatte. Die Lesung ging eine Stunde, in der Bastian 3 Stellen aus Lord of Shadows vorlas und auch Cassandra eine Stelle auf Englisch vorgelesen hatte. Sie erzählte viel davon, was sie selbst über die Charaktere denkt und gab erste Ausblicke auf die nächste Reihe, die nach den Dunklen Mächten folgt. Die Lesung hat mit sehr gut gefallen, mir aber auch klar gemacht, dass ich mich an vieles auf Lady Midnight  nicht mehr richtig erinnern kann, dass schreit geradezu nach einem Re-Read bevor ich dann Lord of Shadows verschlinge.

Schade fand ich, dass sie darauffolgende Signierstunde nur eine Stunde ging und so überlaufen war, dass nicht mal die Hälfte der Leute, die anstanden auch nur die Chance hatten dran zu kommen. Also verzichtete ich auf ein Autogramm und schlenderte lieber noch mal durch die Hallen, bevor es wieder Zeit wurde nach Hause zu fahren. 

Schön war es und ich freue mich schon jetzt aufs nächste Jahr.

 Warst du auf der Buchmesse? Erzähl mir doch von deinen Eindrücken und Erfahrungen.


                              Liebe Grüße 



Sonntag, 1. Oktober 2017

Rezension "The Chosen One" Band 1

Titel: The Chosen one-Die Ausersehene Band 1
Autor: Isabell May
Gerne:  Dystopie/Junge Erwachsene
Verlag: beBEYOND
Format: E-Book
Erscheint: 10.10.2017
Umfang: 284 Seiten

Portrait zum Autor:

Isabell May, geboren 1985 in Österreich, studierte Germanistik, Bibliothekswesen und Journalismus, bevor sie sich 2014 als Autorin selbstständig machte. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Katzen und einem Hund in der Nähe von Aachen, wo sie sich ihrer großen Leidenschaft, dem Schreiben von Fantasy- und Liebesromanen, widmet

Inhalt:


Eine zerrüttete Welt, eine allmächtige Regentin und ein rebellisches junges Mädchen.

Die 17-jährige Skadi ist eine Ausersehene – dazu bestimmt, dem Königreich Kinder zu schenken. Eine Seuche löschte vor Jahrhunderten einen Großteil der Bevölkerung aus und machte fast alle überlebenden Frauen unfruchtbar. Maella, die Regentin, ließ die wenigen fruchtbaren Frauen in eine Burg bringen, wo sie seitdem im Luxus leben und für den Fortbestand des Reichs sorgen. Skadi aber will sich nicht einsperren lassen und flieht aus ihrem goldenen Käfig.
Verzweifelt irrt sie umher, bis sie zufällig auf den freundlichen Finn trifft. Ihm und seinen Gefährten, darunter der rätselhafte Jaro, schließt sie sich an und stellt dabei fest, dass auch in ihr mehr Magie steckt, als sie bisher überhaupt ahnte ...
Spannender zweiteiliger YA-Fantasyroman, gespickt mit Magie, Geheimnissen und großen Gefühlen.

Samstag, 23. September 2017

Rezension "Der Sandmaler"

Titel: Der Sandmaler
Autor: Henning Mankell
Gerne:  Roman
Verlag: Paul Zsolnay
Erschienen: Wien 2017 (Erstausgabe 1974)
Länge: 156 Seiten

Portrait zum Autor:

Henning Mankell, geboren 1948 in Stockholm und aufgewachsen in Härjedalen, lebte als Theaterregisseur und Autor in Schweden und Maputo (Mosambik). Seine Romane um Kommissar Wallander sind internationale Bestseller. Zuletzt erschienen bei Zsolnay " Treibsand. Was es heißt, ein Mensch zu sein" (2015), die Neuausgabe von " Die italienischen Schuhe" (Roman, 2016), " Die schwedischen Gummistiefel" (Roman, 2016) und der frühe Afrika-Roman " Der Sandmaler" (2017)

Inhalt:

Stefan und Elisabeth treffen sich auf dem Flug nach Afrika kurz nach dem Abitur wieder. Gegen Ende der Schulzeit hatten sie eine flüchtige Beziehung. Während Stefan das Strandleben genießt, will Elisabeth das fremde Land in Afrika verstehen. Sie freundet sich mit einem Lehrer an, der ihr die historischen Hintergründe erklärt, und der einheimische Guide Ndou führt sie durch die ärmsten Viertel. Elisabeth lernt, die Welt und ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen. Bereits in Mankells erstem Afrika-Roman sind seine späteren großen Themen versammelt: die Schönheit der Natur, die Überlebenskunst der Einheimischen, die Gedankenlosigkeit der weißen Touristen und die Nachwirkungen des Kolonialismus.

Eigene Meinung:

Das Cover war der Grund, warum ich das Buch überhaupt in lesen wollte. Es ist sehr schlicht, aber sehr schön und wie sich im Laufe der Handlung herausstellt spiegelt es den Inhalt sehr schön wieder und stellt eins der schönsten sprachlichen Bilder dar.
Bei dem Buch handelt es sich um eine Art Reisebericht von Elisabeth, die nach der Schule nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen will und spontan nach Afrika reist, weil es ihr günstiger und interessanter als Spanien erscheint. Während ihrer Reise merkt sie schnell, dass Afrika zwar auf dem ersten Blick sehr schön und friedlich wirkt, aber beim genaueren hinsehen unter dem Kapitalismus leidet und die eigenen Kultur nach und nach aufgibt, um dem Westen nachzueifern. Angefangen von den Scharen an Kindern, die sich um die Touristen scharen und ihre Dienste als Fremdenführer anbieten statt zur Schule zu gehen, bis zu jungen Frauen, die sich mit wohlhabenden Reisenden einlasse, in der Hoffnung etwas Geld von ihnen zu bekommen.
Der Roman ist sehr authentisch geschrieben. Der Autor hat mit sprachlichen Geschick einen Reisebricht geschrieben, der fasziniert, neugierig mach, aber auch zum Nachdenken anregt. Um dies zu verdeutlichen, reist Stephan, ein Schulfreund ebenfalls nach Afrika und empfindet die dortige Situation meist vollkommen anders als Elisabeth. Er stammt aus einer reichen Familie und ist der Meinung, dass Afrika nur von seinem Geld profitiert. Er kann und will nicht die möglichen negativen Folgen sehen. Dies führt zu häufigen Streitereien zwischen ihm und Elisabeth.
Sven, eine Urlaubsbekanntschaft von Elisabeth, ist ein sehr gebildeter Mann, der die den Kapitalismus und Kolonialismus streng verurteilt, Ereignisse erklärt, die Elisabeth nicht verstand, und somit sie und mich als Leser noch stärker zum Nachdenken anregt.
Die Erfahrungen beeinflussen Elisabeths Denken auch nach dem sie wieder zu Hause ist stark, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass dies sich stärker in ihrem Verhalten wiederspiegelt hätte. Auf mich wirkte sie an einigen Stellen zu passiv.

Fazit:

Ein großartiger Roman, über den man auch nach dem Lesen nachdenkt.


Bewertung:

5 von 5 MBs